Artiste peintre
Über Beziehungen
Juil 2019
dans catégorie Presse

Über Beziehungen

Ausgehend von eigentlich starren geometrischen Formen schafft der im elsässischen Lembach lebende Edou­ard Drumm Bildkompositionen, die­ viel über Farben an sich und die Rela­tio_nen von Formen untereinander verraten. Es geht ihm in ..Amorphle uòd Struktur in Krapprot'' aber nicht nur um das Krapprot. das in einem Gemälde als tiefrotes Quadrat inmitten einer großen schwarzen Flache besonders ausdrucksstark in Szene gesetzt wurde.

Edouard Drumm, der Architektur studierte und lange Jahre ein Büro in Frankfurt betrieb, untersucht in sei­nen Gemälden die Beziehungen, die mit unterschiedlichen Formen und Großen nahezu unendliche Variati­onsmöglichkeiten bieten. So hat er beispielsweise in einem Großformat einen bildfüllenden tiefblauen Kreis gemalt, in dem sich am Rand ein deutlich kleinerer krapproter Kreis befindet. Linien durchqueren das Bild und schaffen zusätzliche Dynamik. Die Linien führen die Blicke des Be­trachters. Kreise und Quadrate begeg­nen sich auf der Leinwand.

Der sich seit 1992 nur noch der Kunstwidmende Drumm gibt in eini­gen Arbeiten durch einen besonders pastosen Farbauftrag der Farbe an sich eine besondere Betonung, lässt den Betrachter über die Farbe im spe­ziellen sinnieren.

Eine besondere Serie im Oberge­schoss der Galerie, die unter dem Oberbegriff "tektonische Abstrakti­on" zusammengefasst ist, beschäftigt sich mit dem Sandstein der Region. Der im elsässischen Lembach lebende Künstler ließ sich für diese Serie von den Sandsteinstrukturen und vor al­lem den Farben inspirieren. Wie auf einem Gemälde von Mondrian hat Drumm die Leinwände für seine tek­tonischen Abstraktionen in Quadrate und Rechtecke unterteilt, diese aber rein mit erdigen Farbtönen wie eine Sandsteinstruktur eingefärbt. Dazu kommen abgeschrägte Ecken, Qua­drate, die sich zu Dreiecken teilen, und Linien, die schräg über das Bild laufen. Amorphe Formen brechen das scheinbar feste geometrische Strukturgeflecht auf.

Eine besondere Dynamik geht von diesen Bildern aus, die mehr darstellen als nur eine Untersuchung zum Sandstein der Region. Und in einem Bild wird die quadratische Struktur wie eine tektonische Platte schräg in andere Strukturen hineingeschoben. Einige Bilder ähneln nicht ohne Grund den Strukturen von Fachwerk­häusern. die gerade im Elsass häufig zu finden sind.

Edouard Drumm hat in Saarbrücken und Berlin Architektur studiert und sich in Berlin auch einige Jahre von Kunstprofessoren ausbilden Ias­sen. In den 70er Jahren lebte er lange in Algerien. Bis 2009 betrieb er ein Ar­chitekturbüro in Frankfurt und bezog 2011 seinen Wohnsitz im Elsass. Hier entwickelte er auch seine Malweise, die er parallel zur Natur neu geschaf­fen haben will und als tektonische Abstraktion bezeichnet.

Die Rheinpfalz - 16.07.2019



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